Wie viel Kraft kostet es dich, "normal" zu sein?


Ein Gespräch über Human Design, Körperfeedback und die Frage, wie wir unsere Energie zurückgewinnen
Priska: "Du hast gesagt, es ist normal geworden, dass wir viel zu viel haben. Aber obwohl etwas normal ist, heißt es noch lange nicht, dass es gesund und natürlich ist."
Ich: "Richtig."
Mit diesen Sätzen begann mein Gespräch mit Priska Portmann. Und eigentlich steckt darin schon fast alles, worüber wir in der folgenden Stunde gesprochen haben.
Denn vieles, was unseren Alltag heute ausmacht, hinterfragen wir kaum noch: Job, Kinder, Haushalt, Termine und der Anspruch, dabei möglichst gelassen, erfolgreich, schlank und natürlich auch noch gesund zu sein.
Wir sehen, dass es anderen Frauen ähnlich geht, und denken: Dann ist das eben normal. Aber tut uns dieses "Normal" wirklich gut?
Priska begleitet seit über 20 Jahren Menschen raus aus Krisen und Erschöpfung hin zu einem erfüllten Leben. Das Human Design bildet das Fundament ihrer Arbeit und bestärkt Menschen ihrer eigenen Energie und ihre natürliche Art zu leben zu vertrauen.
Ich schaue in meiner Arbeit aus einer anderen Richtung auf dieselbe Frage: Was braucht ein Mensch auf körperlicher Ebene, damit Energie, Schlaf, Verdauung und Stressregulation wieder besser funktionieren können?
Priska und ich haben uns in einem gemeinsamen Mentoring kennengelernt. Dabei stellten wir sehr schnell fest, dass sich unsere beiden Perspektiven wunderbar miteinander verbinden lassen. Und so entstand die Idee für dieses Interview.
Unser Gespräch ist eine Einladung an dich, genauer hinzuspüren:
Wo verlierst du jeden Tag Kraft – und was hilft dir dabei, wieder mehr bei dir und in deinem Körper anzukommen?
Wo verlieren wir eigentlich unsere Energie?
"Wie hole ich mir meine Energie zurück?" – mit dieser grundlegenden Frage eröffnete Priska unser Gespräch. Bevor wir darüber sprachen, was uns neue Kraft gibt, schauten wir zunächst dorthin, wo sie im Alltag verloren geht. Dafür nahm Priska mein Human-Design-Chart etwas genauer unter die Lupe.
Dort ist unter anderem das sogenannte Ego- oder Willenskraftzentrum offen. Priskas Worte dazu waren:
Priska: "Du hast der Welt nichts zu beweisen."
Und ja: Heute bin ich an diesem Punkt angekommen. Aber das war nicht immer so. In Priskas Worten erkannte ich vor allem mein früheres Ich wieder. 😉
Ich: "Nach meinem Studium musste damals dieser bestimmte Job sein. Da wollte ich schon beweisen: Ich kann das."
Irgendwo wissen wir vermutlich alle, dass unser Wert nicht davon abhängt, was wir leisten, besitzen oder nach außen darstellen. Im Alltag sieht es häufig trotzdem anders aus.
Priska: "In dem Moment, in dem du versuchst, deinen Wert zu beweisen, verlierst du Energie."
Vielleicht sagst du "Ja", obwohl du eigentlich "Nein" meinst. Oder du versuchst, alles besonders gut und möglichst schnell zu erledigen, damit bloß niemand denkt, du würdest es nicht schaffen.
Und all das kostet Kraft.
Wenn eine Entscheidung Zeit braucht
Wir schauten uns auch an, wie es mit Entscheidungen aussieht. Denn: Treffen wir Entscheidungen aus den falschen Gründen, kann uns das anschließend viel Energie kosten.
Priska: "Du bist ein emotionales Wesen. Du brauchst Zeit für Entscheidungen. Da ist nichts mit spontan alles über den Haufen werfen."
Auch darin erkannte ich mich wieder. Große Entscheidungen treffe ich selten aus dem ersten Impuls heraus. Ich muss sie erst einmal sacken lassen.
Priska: "Wir leben in einer Gesellschaft, in der erfolgreiche Menschen angeblich schnelle Entscheidungen treffen. Dabei kann diese Zeit ein Schutz davor sein, deine Energie irgendwo hinzugeben, wo sie versickert."
Ich: "Das kann ich bestätigen. Wenn etwas ansteht, schlafe ich oft eine oder zwei Nächte darüber. Und dann fließt es plötzlich. Ich weiß, was umzusetzen ist, und es fühlt sich viel leichter an."
Dieser Gedanke lässt sich auch auf unsere Gesundheit übertragen. Wie schnell probieren wir den nächsten Ernährungstrend aus oder kaufen ein Supplement, weil andere damit gute Erfahrungen gemacht haben? Aber ist das, was anderen hilft, automatisch auch für uns selbst richtig?

Was sagt dein Körper dazu?
Priska: "Wenn wir jetzt einmal in deine Perspektive gehen: Was möchtest du dazu ergänzen?"
Ich: "Ich finde die Verbindung zwischen Energie, Ernährung und Fühlen unglaublich spannend. Es gibt so viele Ansätze da draußen: Diäten, Ernährungsformen, Intervallfasten oder Lebensmittel, die man unbedingt essen oder weglassen soll."
Und genau deshalb arbeite ich mit meinen Klientinnen ganz viel mit Körperfeedback.
Ich: "Manchmal sage ich: Lass dieses Lebensmittel eine Zeit lang weg und spür hinein. Tut es dir gut? Geht es dir damit besser? Oder iss einmal dieses Lebensmittel anstelle von jenem. Ändert sich etwas an deinem Energielevel oder deiner Verdauung?"
Oft zeigt sich schon nach kurzer Zeit, ob eine Veränderung wirklich guttut.
Ich: "Dann kommt das Feedback: ‚Oh ja, das hat einen Unterschied gemacht.‘ Wieder in dieses langsame Spüren hineinzukommen, finde ich ganz wichtig. Denn nicht jeder Tipp da draußen ist für uns individuell gut."
Priska: "Das lässt sich sogar direkt im Human Design Mandala aufzeigen. Es geht darum, die eigenen Bedürfnisse zu spüren und zu befriedigen und auch Gewohnheiten einmal sein zu lassen, um herauszufinden: Brauche ich das überhaupt?"
Genau darin treffen sich unsere beiden Perspektiven: Wissen und Empfehlungen können Orientierung geben. Aber sie dürfen dein eigenes Körpergefühl nicht ersetzen.
Was brauchst du gerade wirklich?
Im Laufe unseres Gesprächs kamen wir immer wieder auf eine entscheidende Frage zurück: Was brauche ich eigentlich jetzt – in meiner momentanen Lebensphase?
Ich: "Es macht einen Unterschied, in welcher Lebensphase ich gerade stehe. Ob ich Anfang 20 bin, viel Zeit habe und ausschlafen kann – oder ob ich Kinder habe, wieder arbeite und plötzlich eine Zwei- oder Dreifachbelastung trage."
Unser Leben verändert sich. Und damit verändern sich oft auch die Bedürfnisse unseres Körpers.
Ich: "Dann ist der Körper anders aufgestellt und braucht auch aus der Ernährung heraus eine andere Unterstützung. Wir brauchen Nährstoffe, die uns stressresistent machen und unsere Entspannung fördern."
Deshalb bringt dir auch ein grundsätzlich guter Ernährungstipp wenig, wenn er nicht zu deiner jetzigen Situation passt.
Ich: "Basische Ernährung ist super. Aber sie passt nicht automatisch in jede Lebensphase, weil der Körper möglicherweise gerade andere Bedürfnisse hat."
Vielleicht brauchst du heute mehr Eiweiß und essenzielle Aminosäuren. Vielleicht tun dir regelmäßigere Mahlzeiten gut und nicht das Intervallfasten. Oder du brauchst nicht noch eine weitere Ernährungsregel, sondern endlich mehr Regeneration.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur: Was gilt als gesund?Sondern: Was brauche ich jetzt?

Wo bleibt bei all der Gesundheit die Lebensfreude?
Priska: "Mir ist wichtig, dass die Menschen nicht denken, sie könnten über die Ernährung einfach den Selbstoptimierungstrieb fortsetzen: Jetzt werde ich noch leistungsfähiger und kann als Mama den Job und alles andere auch noch wuppen."
Damit sprach sie einen wichtigen Punkt an. Denn genau darum geht es in meiner Arbeit nicht.
Ich: "Wenn du dich in dieser Gesundheits- und Longevity-Bubble bewegst, geht es oft nur noch ums Optimieren. Und ich denke dann: Wo bleibt denn die Lebensfreude?"
Ich trinke gerne einen Kaffee und esse dazu ein Stück selbst gebackenen Kuchen. Ich achte auf gute Zutaten und verwende weniger Zucker. Aber ich genieße diesen Kuchen auch.
Ich: "Das ist für mich Lebensqualität. Alles nur zu optimieren, um noch leistungsfähiger zu sein oder 110 Jahre alt zu werden – das kann doch nicht der Sinn des Daseins sein."
Gesundheit darf uns stärken. Sie darf uns helfen, uns wohler zu fühlen, besser zu schlafen und wieder mehr Energie zu haben. Aber sie sollte nicht unser nächstes Leistungsprojekt werden.
Warum du trotz Entspannung manchmal nicht zur Ruhe kommst
Dann kamen wir auf ein Thema zu sprechen, das heute viele Frauen betrifft: Dauerstress.
Priska: "Nehmen wir eine Frau, die alles wuppt: Job, kleine Kinder, gesunde Ernährung, schöne Figur – nach außen alles picobello, energetisch aber längst am Anschlag. Was passiert in ihrem Körper?"
Ich: "Wenn der Körper dauerhaft Stresshormone bilden muss, steigt der Bedarf an essenziellen Nährstoffen und Aminosäuren stark an."
Denn Stress findet nicht nur in unserem Kopf statt. Der gesamte Körper reagiert darauf.
Ich: "Wenn die Stresshormone dir diese Nährstoffe wegschnappen, fehlen sie hinterher für Entspannungs- und Schlafbotenstoffe."
So kann ein Kreislauf entstehen: Du bist gestresst und dein Körper verbraucht mehr Ressourcen. Gleichzeitig fehlt dir die Kraft, dich gut zu versorgen. Du greifst häufiger zu Kaffee, Süßem oder schnellem Essen. Nachts kommst du schlechter zur Ruhe – und am nächsten Morgen startest du schon erschöpft in den Tag.
Ich: "Wenn wichtige Nährstoffe fehlen, kannst du noch so lange auf deinem Meditationskissen sitzen. Dein Körper hat dann möglicherweise gar nicht alle Bausteine, die er benötigt, um wirklich in die Entspannung zu kommen."
Meditation und Entspannungsübungen können sehr wertvoll sein. Manchmal brauchen wir aber zusätzlich Unterstützung auf körperlicher Ebene.
Genau deshalb gehören Stress, Ernährung, Schlaf und Pausen für Regeneration für mich untrennbar zusammen.

Der Körper hat immer recht
Und auch hier sagte Priska etwas sehr Wahres:
Priska: "Mit anderen Worten: Der Körper hat immer recht."
Ich: "Absolut. Wir haben nur verlernt, auf ihn zu hören."
Müdigkeit, Heißhunger, schlechter Schlaf, Verdauungsbeschwerden oder Gereiztheit sind keine lästigen Fehlfunktionen deines Körpers. Sie sind Signale.
Ich: "Für viele Frauen ist es inzwischen normal, dass sie sich so fühlen. Dann heißt es: ‚Meine Freundinnen haben das auch alle. Es betrifft doch jeden.‘ Nur ist es deshalb noch lange nicht natürlich."
Priska: "Genau. Nur weil etwas normal ist, heißt es nicht, dass es natürlich und gesund ist."
Natürlich verändert sich unser Körper im Laufe des Lebens. Gerade hormonelle Veränderungen können ihm mehr abverlangen.
Aber das bedeutet nicht, dass du dich ab 40 damit abfinden musst, nur noch mit halbem Akku durch dein Leben zu gehen.
Ich: "Wenn wir wieder auf uns hören, Pausen berücksichtigen und den Körper gut aufstellen, können wir auch wieder Energie zurückerlangen."
Wenn dein Alltag nicht zu deinem Rhythmus passt
In meinem Human-Design-Chart schauten wir noch weiter:
Priska: "Du bist eigentlich so ein kleiner Nachtschwärmer."
Das finde ich total spannend. Denn tatsächlich:
Ich: "Das ist total faszinierend. Beim Schlaf unterscheiden wir zwischen verschiedenen Chronotypen: den frühen Lärchen, den nachtaktiven Eulen und den Tauben, die irgendwo dazwischenliegen. Und genau so eine Taube bin ich."
Mein idealer Rhythmus? Gegen elf oder halb zwölf ins Bett gehen und morgens bis halb acht schlafen. Ich werde am Abend oft noch einmal fit und kann dann konzentriert arbeiten.
Nur habe ich Kinder. Und die müssen morgens pünktlich in die Schule.
Ich: "Ich kann also nicht vollständig nach meinem natürlichen Rhythmus leben. Deshalb muss ich mich so aufstellen, dass ich trotzdem gut schlafe, abends noch etwas erledigen kann und morgens fit bin."
An dieser Stelle widersprach mir Priska – zumindest ein bisschen:
Priska: "Du hast gerade gesagt: Ich kann das nicht berücksichtigen. Und das lasse ich so nicht stehen. Natürlich können wir nicht immer sofort alles verändern. Aber wir können heute anfangen Entscheidungen treffen, durch die es zukünftig möglich wird."
Damit hatte sie recht. Denn auch wenn ich meinen Alltag nicht komplett nach meinem Chronotyp ausrichten kann, habe ich in den vergangenen Jahren bereits einiges verändert.
Ich: "Früher bin ich früh ins Bett gegangen und früh aufgestanden. Bevor ich die Kinder weggebracht hatte, war die Spülmaschine ausgeräumt und die erste Waschmaschine lief. Das mache ich heute nicht mehr."
Heute gehe ich tendenziell später ins Bett, beginne morgens langsamer und erledige vieles erst danach.
Und das Spannende daran: Als ich damit anfing, kannte ich weder meinen Chronotyp noch diesen Teil meines Human-Design-Charts.
Ich: "Ich habe einfach angefangen, wieder mehr in mich hinein zu spüren. Und irgendwann gemerkt: Nein, ich mache das jetzt anders."
Priska: "Genau das ist essenziell, damit wir etwas verändern können. Viele Menschen glauben, sie müssten sich verbiegen, um da draußen hineinzupassen."
Natürlich können wir äußere Verpflichtungen nicht einfach wegwünschen. Aber wir können prüfen, wo kleine Spielräume möglich sind.
Vielleicht ist nicht dein natürlicher Rhythmus das Problem. Vielleicht versuchst du schon viel zu lange, dich einem Alltag anzupassen, der nicht zu dir passt.
Das Leben findet im Körper statt
Priska und ich schauen aus unterschiedlichen Richtungen auf den Menschen. Und doch landeten wir während unseres Gesprächs immer wieder an derselben Stelle:
Nicht die nächste allgemeine Empfehlung sollte im Mittelpunkt stehen – sondern der Mensch, für den sie gedacht ist.
Du bist nicht hier, um deinen Körper so lange zu optimieren, bis er jeden noch so vollen Alltag klaglos aushält.
Er ist der Ort, an dem du dein Leben fühlst: deine Energie, deine Freude, deine Ruhe und deine Verbindung zu dir selbst.
Priska: "Das Leben findet im Körper statt."
Vielleicht ist die wichtigste Frage deshalb nicht: Wie kann ich noch besser funktionieren?
Sondern:
Was brauche ich, damit sich mein Leben wieder nach mir anfühlt?

Neugierig auf unser ganzes Gespräch?
Wenn du tiefer in unsere Gedanken über Energie, Ernährung, Stress, Schlaf und Human Design eintauchen möchtest, kannst du dir hier unser vollständiges Interview ansehen:
Auch in "Destress yourself" schauen wir nicht darauf, wie du noch mehr schaffen kannst. Es geht darum, deinen Körper und seine Signale wieder besser zu verstehen – und herauszufinden, was dir in deinem Alltag wirklich guttut.
Und ich kann dir schon etwas verraten:
Gemeinsam mit Priska wird es ein Bonus-Modul geben, in dem sie dir zeigt, wie du dein Human-Design-Chart als zusätzliche Perspektive nutzen kannst – um besser zu verstehen, wo du im Alltag Energie verlierst und was dir hilft, wieder Kraft zu tanken.
Denn "Destress yourself" ist genau das:
Ein ganzheitlicher Blick auf dich, deinen Körper und dein Leben.
👉 Trag dich hier auf die Warteliste für "Destress yourself" ein.

Über Priska
Priska begleitet seit über 20 Jahren Menschen raus aus Krisen und Erschöpfung hin zu einem erfüllten Leben.
Das Human Design bildet das Fundament ihrer Arbeit.
Hier kannst du mehr über Priska und ihre Arbeit erfahren:








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